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Rittergut Harbarnsen

Das Rittergut Harbarnsen

Die Wurzeln des Rittergutes Harbarnsen reichen weit in das 9. Jahrhundert zurück. Der Ort Haribernessum wird 822 als Grundbesitz des Klosters Corvey mit 1 ½ Hufen (90 Morgen) und 2 Leibeigenen geführt. Die von Steinbergs waren im Dienste dieses Klosters und übernahmen die Burg Wispenstein zu der auch der Burghof Harbarnsen gehörte.  Heinrich von Steinberg errichtete dann im Dreißigjährigen Krieg das Herrenhaus, das heute noch steht. Zwischenzeitig ist die Familie von Burchtorff Pfandherr auf Harbarnsen gewesen. Harbarnsen war in dieser Zeit Nebengut des Sitzes Hachenhausen.

1731 wurde Harbarnsen in die Rittermatrikel eingetragen und somit Rittergut. 1742 kam das Gut wieder zurück an die von Steinbergs: Friedrich von Steinberg auf Wispenstein löste das Gut wieder aus und übernahm Sitz und Stimme in der Ritterschaft, später übernahmen die von Steinberg auf Bodenstein das Gut. Es  waren 323 Morgen unter dem Pflug und es gab 31 Morgen Wiese, 2 Teiche und 62 ha Forst im Sackwald. Es gab 9 Pferde, 4 Pflüge, 4 Ackerwagen und 8 Eggen. Zusätzlich existierten auch noch Hand- und Spanndienste der Bauern in Harbarnsen. Das Jagdrecht wurde auch in der Feldmark von Harbarnsen und Netze ausgeübt, während die Gerichtsbarkeit beim Amt blieb. Zu dieser Zeit gab es bereits eine Guts eigene Brauerei die später in ein Branntweinhaus mit 15 Fässern überführt wurde, so  entstand das Brennereigut Harbarnsen.

Wilhelm-Ernst von Cramm, Sohn von Jutta Freifrau von Cramm geborene Steinberg erbte dann das Rittergut und bezog nach dem zweiten Weltkrieg das Herrenhaus. Das benachbarte Bodenburg übernahm sein Bruder, der berühmte Tennisbaron Gottfried von Cramm. In dieser Zeit erlebte das Brennereigut seine Blütezeit. Der v.Crammsche Weizenbrand, ein Doppelkorn aus Weizen war geradezu Markenzeichen des Ortes und der Region. Bedeutende Verwalter und Brennmeister bestimmten in dieser Zeit das Leben auf dem Hof. Hier sind Namen wie Springborn und Feldkötter zu nennen. Es  wurde der gesamte Bereich des Herrenhauses mit den angrenzenden Stallungen und das Turmhaus zu einem Gästetrakt umgebaut  und rauschende Feste gefeiert. In den 50er Jahren gingen in Harbarnsen die gesellschaftlichen Größen der Zeit ein und aus.

Im Gutspark entstand eine dem Derbyparcours in Hamburg nachempfundene Reitanlage und die großen Spring- und Dressurreiter dieser Zeit waren hier zu Gast. Seit dieser Zeit findet auf dem Rittergut Harbarnsen regelmäßiger Reitbetrieb statt. Der großzügige Springplatz, zwei Dressurplätze und die große, zur Reithalle umgebaute Scheune existieren noch heute. Der alte Turnierstall der Baronin ist jetzt noch als Hauptstall Pensionsstall für Untersteller und Unterkunft für die Schulpferde.

In den 80er Jahren wurde der Absatz des Weizenbrandes schwieriger und der jetzige Herr von Harbarnsen, Egbert von Cramm veräußerte 1988 das Gut, um den traditionsreichen Sitz in Oelber zu erhalten. Hiermit ging eine Epoche zu Ende. Die Ländereien kommen in den Besitz von Ernst Lüntzel, einem Rittergutsbesitzer aus Bavenstedt, der Gutshof mit 10 ha Park und Hoffläche werden von Berthold Hecht aus Bad Münder gekauft. Seit dieser Zeit bewirtschaftet die Familie Schönrock den verbleibenden Teil des ehemaligen Rittergutes Harbarnsen. Es findet sich hier die Reitanlage mit Pensionsboxen, eine Lewitzer Deckstation, ein Gestüt für Lewitzer und auf Vielseitigkeit ausgerichtete Warmblutpferde sowie ein Reitshop. Der Reitclub Harbarnsen organisiert auf der Reitanlage der Familie Schönrock den Reitbetrieb und die sportlichen Aktivitäten.

Geschichte 

Harbarnsen um 1900

Das Herrenhaus in den 50er Jahren

Portal der alten Brennerei

Herrenhaus  vom Hof aus

Das Herrenhaus um 2000  von Westen

Das Herrenhaus in den 90er Jahren

Der Gutspark

Das Turmhaus im Gästetrakt